Alice Guy – Die vergessene Filmpionierin
Biografie (F 2020)
Sie war die erste Regisseurin und Produzentin in der Filmgeschichte und dennoch kennt kaum jemand ihren Namen: Alice Guy. Mit fantasievollen, teils slapstickhaften Filmen begeisterte die 1873 geborene Französin Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die Menschen. Kurz nachdem die Brüder Lumière ihren ersten Film zeigten, der nicht mehr war als eine technische Sensation, drehte sie bereits mit 23 Jahren als einer der ersten Menschen einen Spielfilm. Zehn Jahre später leitete sie das damals größte Filmstudio der Welt. Sergej Eisenstein und Alfred Hitchcock lobten die Arbeiten der Filmpionierin, denn ihre filmische Produktivität war für die damalige Zeit beeindruckend hoch. Schließlich realisierte Alice Guy ab 1896 rund 1.000 Filme und lotete die Möglichkeiten dieser neuen Kunstform aus. Sie war ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht voraus, experimentierte mit Inszenierung, Schnitt, Spezialeffekten und frühen Tonfilmverfahren und prägte damit entscheidend die Entwicklung des narrativen Kinos. Trotz ihres außerordentlichen Erfolgs wurde Guy später über Jahrzehnte aus der Filmgeschichtsschreibung verdrängt. Ein Umstand, der von vielen Filmemacherinnen als symptomatisch für eine von Männern dominierte Branche gesehen wird. In Anlehnung an Memoiren und Schriften von Alice Guy sowie mit Illustrationen von Catel Muller zeichnet die von Nathalie Masduraud und Valérie Urréa gestaltete Dokumentation das Porträt dieser herausragenden Frauenpersönlichkeit und schenkt ihr die ihr so lang verwehrte, aber verdiente Aufmerksamkeit.
- Gustave Eiffel (Self)
- Léon Gaumont (Self)
- Alice Guy (Self - Subject)
- Auguste Lumière (Self)
- Louis Lumière (Self)
- Louis Renault (Self)
- Agnes Jacqui
- Maud Wyler
- MinimalAge 0
Wertung
Wiederholung
Di, 10.03.2026 | 03:55 - 04:50