Die nervöse Großmacht
Geschichte (D 2012)
Wir schreiben das Jahr 1862. Ein vereintes Deutschland, wie wir es heute kennen, existiert nicht. Stattdessen rivalisieren Preußen und Österreich um die Vorherrschaft im 'Deutschen Bund', der lose aus zahlreichen Königreichen und Fürstentümern besteht. Als Ende September 1862 der Junker Otto von Bismarck (Torsten Münchow) zum preußischen Ministerpräsident ernannt wird, ist damit aus heutiger Sicht der Grundstein gelegt für die weitere Entwicklung, in der Deutschland geeint und innerhalb weniger Jahrzehnte zur stärksten Wirtschaftsmacht des Kontinents wachsen wird. In zwei Teilen à 90 Minuten schildert Regisseur Bernd Fischerauer spannend und umfassend den Aufstieg und Fall Bismarcks, die Gründung der deutschen Sozialdemokratie und die allgemeine Gesellschaftsentwicklung eines aufstrebenden Deutschen Reiches, das nur wenige Jahre nach Bismarcks Abdankung den bis dahin schlimmsten Krieg der Menschheitsgeschichte verursachen wird. Beide Teile bilden den chronologischen Beginn der insgesamt zehnteiligen BR-alpha-Dokumentarspiel-Reihe "Vom Reich zur Republik", die sich diesen und weiteren Eckdaten deutscher Geschichte widmet. 'Die nervöse Großmacht' umfasst mit den Jahren 1871 bis 1890 die gesamte Zeit von Bismarcks Reichskanzlerschaft bis zu seiner durch Kaiser Wilhelm II. (Florian Fischer) erzwungenen Abdankung. Nach der Gründung des Deutschen Reiches gilt es für den autoritären Kanzler, sich die unterschiedlichen innen- und außenpolitischen Entwicklungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunutze zu machen, zur Machtsicherung Deutschlands ebenso wie zu seiner eigenen. Bismarcks sicheres politisches Gespür und die Kompromisslosigkeit gegenüber seinen Feinden sind es, die den Kanzler und sein Reich über viele Jahrzehnte an der Spitze der europäischen Politik und Wirtschaft halten. Einerseits gelingt es Bismarck außenpolitisch, sich durch ein ausgeklügeltes Bündnissystem dem Groll der Nachbarstaaten – allen voran das geschlagene Frankreich – zu entziehen und den Frieden auf dem Kontinent zu erhalten. Andererseits rückt er seinen politischen Gegnern im eigenen Land, darunter die Liberalen, die katholische Kirche und ganz besonders die erstarkende Sozialdemokratie, mit aggressiven Erlässen und Gesetzen zu Leibe. Leidtragender ist – neben Bebel und Liebknecht – hier auch der einfache Arbeiter Franz Wölke (Benjamin Kramme) dessen junge Familie die gesamte Härte der Bismarckschen Innenpolitik zu spüren bekommt. Doch die Machtstellung des Kanzlers beginnt zu bröckeln. Nach dem Tod Wilhelms I. und der Thronfolge seines kränklichen Sohnes, der kurz darauf ebenfalls stirbt, wird wiederum dessen Sohn Wilhelm II. deutscher Regent. Dieses Jahr 1888 geht damit in die Geschichte ein als "Dreikaiserjahr". Dem forschen und impulsiven Wilhelm II. ist Bismarcks ausgleichende Bündnispolitik und autoritäres Auftreten jedoch ein Dorn im Auge. Es dauert nicht lange, bis es zum Schlagabtausch zwischen den zwei Machtmenschen kommt ...
- Torsten Lennie Münchow (Fürst Otto von Bismarck)
- Michael Mendl (Kaiser Wilhelm I.)
- George Meyer-Goll (Wilhelm Liebknecht)
- Philipp Oehme (August Bebel)
- Bibiana Beglau (Johanna von Bismarck)
- Wolfgang M. Bauer (Dr. Ernst Schweninger)
- Benjamin Kramme (Franz Wölke)
- Undine Brixner (Königin Augusta von Preußen)
- Dmitry Brauer (Alexander II Tsar of Russia)
- David Brückner (Soldier)
- Frederic Böhle (Otto von Bayern)
- Elinor Eidt (Julie Bebel)
- Matthias Fimmel (Kriminalbeamter)
- Florian Fischer (Kaiser Wilhelm II.)
- Martin Glade (Friedrich von Preußen)
- Holger Handtke (Lothar Bucher)
- Andreas Hilscher (Preußischer Offizier)
- Heiko Josef (Johann Baptist von Schweitzer)
- Tobias Kasimirowicz (Ignaz Issleib)
- Maria Kempken (Hanne)
- Siegfried Kernen (Johann Jacoby)
- Stefan Kreißig (Junger Arbeiter)
- Gudrun Landgrebe (Sophie von Hatzfeld)
- Martin Langenbeck (Ferdinand Lassalle)
- Paul Matic (Ludwig Windhorst)
- Sanja Pesic (Ernestine Liebnecht)
- Hans Piesbergen (ADalbert Falk)
- Volker Ranisch (Alexander von Schleinitz)
- Max Reeg (Passant)
- Katharina Rivilis (Prinzessin Victoria)
- Rüdiger Rudolph (Eduard Lasker)
- Frank Röth (Rudolf Virchow)
- Michael Schernthaner (Rudolph von Delbrück)
- Klaus Schindler (Theodor Fontane)
- Hannah Schröder (Natalie Reh / Liebknecht)
- Daniela Schulz (Marie von Bismarck)
- Ansgar Schäfer (Reichstagspräsident)
- Reiner Schöne (General Helmuth von Moltke)
- Burkhart Siedhoff (Vincent Graf Benedetti)
- Johannes Suhm (Philipp zu Eulenburg)
- FSK 6
Wertung
Wiederholung
So, 13.09.2026 | 20:15 - 21:45