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Unkraut

Unkraut
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Do, 17.09.2026 | 12:50 - 13:20

Natur (D 2026)

Im Abwasser stecken Ressourcen, die wir dringend brauchen: sauberes Wasser, aber auch Nährstoffe für die Landwirtschaft. Trotzdem schöpfen wir das Potenzial von Kläranlagen nicht aus. Dabei könnten sie helfen, Wasser zu sparen und unsere Felder zu versorgen. "Unkraut" begleitet Zoe und Franz aus dem Allgäu: In Aitrang wollen sie auf einem alten Hof eine WG gründen – mit einem völlig neuen Umgang mit Wasser und Fäkalien. Sie setzen auf Trockentrenntoiletten und eine selbst geplante Pflanzenkläranlage. Die Besonderheit: Der Kot soll anschließend zu Dünger verarbeitet werden. Die zuständige Behörde hat ihr Pilotprojekt genehmigt – unter Auflagen. Wird ihr Vorhaben klappen? Ab 2029 müssen größere Klärwerke Phosphor aus dem Klärschlamm zurückholen. Doch großtechnisch kann das bisher nur eine Firma in Bayern umsetzen: Sie verbrennt Klärschlamm aus 250 Kommunen und holt dabei den Phosphor zurück. In Schweinfurth soll derweil mit Abwasser gegossen werden. Betriebsleiterin Nadine Scheyer und Umweltingenieur Markus Büttner wollen Abwasser nach der normalen Reinigung weiter aufbereiten, sodass es sicher zum Gießen genutzt werden kann – gerade in trockenen Sommern ein wichtiger Baustein für eine klimaresiliente Stadt. In einem Pilotprojekt durchläuft das Wasser zusätzliche Reinigungsstufen, um Spurenstoffe wie Medikamentenreste, Hormone und Krankheitserreger zu entfernen. Sensoren überwachen dabei dauerhaft die Belastung des Wassers, Labortests überprüfen die Werte – nur wenn alles stabil läuft, darf das Wasser auf die Flächen. "Unkraut" zeigt, wie eng Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Klimaschutz zusammenhängen. Die Beispiele machen deutlich, dass unser Abwasser voller Möglichkeiten steckt – doch ob diese Techniken sich durchsetzen, hängt von Genehmigungen, Investitionen und politischem Willen ab.

Thema
  • Schätze aus der Kläranlage – Wie sollten wir mit unserem Abwasser umgehen?.